Chor-Kultur
Wie wir eine Chor-Oase erschaffen
Eine gute Chor-Kultur ist für alle Chöre ein Riesengewinn:
Ihr habt mehr Freude vor, während und nach den Proben und Auftritten.
Ihr lernt, auf Augenhöhe mit den anderen zu kommunizieren, euch selbst und die anderen wertzuschätzen, eure und ihre Eigenarten zu tolerieren und euch verbunden zu fühlen.
Ihr könnt mit Kritik anders umgehen und braucht sie nicht mehr als Angriff wahrzunehmen.
Was macht einen guten Chor aus?
- Der Ü-60-Chor leistet schon dann sehr viel, wenn wir es schaffen, einmal im Jahr ein Konzert zu geben und dort vielleicht 10 Lieder einigermaßen unfallfrei und mit viel Freude zu präsentieren.
- Bei einem Chor aus Musikstudenten, die sich jeden Tag mit Musik beschäftigen, intensive Hausaufgaben bis zur nächsten Probe aufbekommen und in diesem Alter noch viel lernfähiger sind, zeigt sich „hohe Qualität“ ganz anders: in artikulatorischer Genauigkeit, Groove, fantastischem Blending usw.
Was macht also einen guten oder schlechten Chor für die Sänger*innen aus?
Ich habe viele Menschen in Chören beobachtet und gefragt, wann sie besonders gut und gerne im Chor singen und wann es überhaupt nicht gut geht. Ich war teilweise überrascht und schockiert über die Antworten:
- „Ich will nicht angeschrien werden!“ Uh… Da musste eine Sängerin tatsächlich um ihre seelische Unversehrtheit Angst haben! Das ist für mich als psychosoziale Beraterin ein absolutes No-Go! Hallo!?! Wir wollen doch, dass die Sänger*innen so entspannt und befreit wie möglich singen! Wie soll das mit Angst im Bauch gehen???
- Ein Chorleiter: „Ich muss doch den Chor erstmal disziplinieren!“ Oha! Wie kommst du auf den Gedanken, dass du in der erhabenen Position bist, die Menschen vor dir zu maßregeln? Wie wäre es, wenn wir gemeinsam einen guten Weg finden könnten, wie wir hier miteinander umgehen? Für uns Sänger*innen war das eine Herabwürdigung.
- „Egal, welche Lieder wir singen, ob ich sie mag oder nicht – ich komme so gerne hierher, dass ich sogar die Lieder gerne singe, die ich nicht mag.“ Wunderbar! So wünschen wir uns das als Chorleiter*innen.
- „Hier wird jeder wertgeschätzt. Das ist nicht überall so. Das tut mir gut.“
- „Damit ich gut singen kann, muss ich mich auf der Bühne und in der Probe wohlfühlen können. Ich kann nicht gut singen, wenn mich jemand abwertend behandelt oder bei meinen Äußerungen die Augen verdreht.“
Mit einer solchen tief empfundenen positiven Grundhaltung schafft ihr es, dass sich alle wohlfühlen, ihr Bestes geben und Verantwortung übernehmen.
Das ist die gute Chor-Kultur.
Das bekommt ihr im Chorworkshop „Chor-Kultur“:
- Grundlagen für eine hilfreiche Haltung im Chor – für Augenhöhe, Wertschätzung, Toleranz und Vertrauen, dass jede*r gut für sich selbst sorgen kann
- kurze theoretische Erklärungen und viele praktische Übungen
- das Proben an den Liedern für praktisches Lernen und Umsetzen
- Tools für einen positiven Umgang miteinander
- eine neue Möglichkeit, Kritik in Wünsche zu verwandeln und euch selbst nicht angegriffen zu fühlen.
- Einen ganzen Tag lang Sandra 😉
Das brauchen wir für eine gute Chor-Kultur-Arbeit:
- Einen ganzen Tag von ca. 10–17 Uhr mit Pausen
- Einen großen Raum mit viel Bewegungsfreiheit
- Bequeme Kleidung
- Genügend Getränke und Essen
- Zwei Lieder, an denen ihr gerade arbeitet, egal in welcher Probenphase ihr euch damit befindet.
Hört sich spannend an?
Sieh dir auch diesen Chor-Workshop an:
Bühnenpräsenz
FAQ zu den Workshops
Ich will nur einen Chor-Workshop buchen. Muss ich dafür vorher ein Chorleiter-Coaching gemacht haben?
Nein. Die Chor-Workshops können total unabhängig vom Coaching für Chorleiter*innen gebucht werden. Allerdings buchen manche Chorleiter*innen gerne vor oder nach dem Coaching noch zusätzlich einen Workshop für ihren Chor, um ihr Verständnis zu vertiefen oder den Chor davon zu überzeugen, dass die Arbeit an der Chor-Kultur und der Bühnenpräsenz eine ganz neue Qualität hervorbringt.